um was es geht

tiefe see ist eine erkundung, ein ausloten von (un)tiefen.

mich interessiert, wie kunst und religion zusammenhängen. als erfahrungen, die einander nahe sind, als gestaltungsformen, die verbindung zueinander haben, als türen, die sich öffnen zum unendlichen, als kulturelle formen des ausdrucks und als verbündete.

ein bild kann mich umwerfen, anrühren, wach rütteln, eine performance kann mich aufschütteln, fromm machen oder leer lassen, ein gottesdienst hoffentlich das alles auch. doch nach meinem eindruck sind die formen des religiösen alt gewordene kleider. so erkunde ich auch, wie das spiel mit der kunst und all ihren möglichkeiten, altes aus der religion neu zum sagen bringt oder uns auf ganz andere spuren setzt.

ja, ich bin christin, ja, ich bin theologin. religion ist für mich diese historische, die ich kenne und gern hab. aber ich bin nicht sicher, ob mich diese voraussetzungen besonders für dieses ausloten vorbereiten. ich glaube, wie christian lehnert sagt, dass die alten worte veralten und altes neu gesagt werden muss, damit es wieder lebendig wird. ich glaube, vielleicht ist kunst eine sprache, um das zu tun.

und wie in jeder tiefen see bleibt dabei vieles unentdeckt und ungesagt.und manchmal komme ich an meinen eigenen tiefen vorbei. ich tauche, ich verliere die übersicht, ich habe meine taschenlampe dabei, ich stöbere also auf, wale, oktopusse, seeanemonen und ungeheuer und alles, was in den tiefen noch so wartet. kommt doch mit!