Schon lange kannst du das haben (1. Petr 2, 24)

Schon lange plagt es mich

Immer wieder anders, jetzt zunehmend

Als Schmerz, als Druck, als Unwohlsein,

als Meldung „das ist nicht gut in meinem Körper“

Schon lange nervt es mich

Und ich entkomme ihm dennoch nicht

Hänge in dieser Erfahrung

Die mehr wird statt weniger

Immer von Neuem, egal wie ich mich abwende

Schon lange könntest du das mitnehmen

Nach Golgatha oder anderswohin

Am liebsten wäre mir

Du würdest es verbrennen oder einschmelzen oder einfach in Stücke teilen

Nur Ruhe könnte es mir machen

Aber da hängst du

Und nichts hast du mitgenommen

Und meines ist auch noch

Und Aussatz und Krebs und Aids und das andere alles, sind immer noch da.

Schon lange denke ich

Diese Aufgabe ist doch auch viel zu schwer

Wer kann das wegnehmen

Wer kann das unsichtbar machen

Wer sollte nur dafür sorgen

Dass alles gut wird

Ich habe noch alles, was mich grad plagt

Und du hattest auch alles, was fast nicht zu tragen war

Und ich schaue dich an, und bin froh, hast du mir meines gelassen

Ich hätte gar nicht wollen, vermute ich, dass du es trägst

Nur, dass du vielleicht beim Schleppen

Hier und da die Hand mir auf die Schulter legst

Und nur einfach kurz mir in die Augen schaust

Damit ich denke „du siehst mich“.

Karfreitag 2020

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