Unsichtbares Wesen (Röm 1, 20)

Also

– die Sonne, die gerade zwischen den Steinritzen spielt

– die Minze, die den Topf sprengt, im Versuch, ein Busch zu werden

– der kleine Spatz, der zwischen Balkongeländer und Holderbusch nach Futter sucht

– der Nachbar, der mit sonorer Stimme und kanadischen Akzent telefoniert (und sich dabei sonnt in der Badehose)

– die Grashalme, die jede Ritze gefunden haben, die es gibt, um sich darin breit zu machen

– der Apfel mit der Macke

Auf nicht einmal vier Quadratmeter – Gottes Werke in meinem Mikrokosmos.

Ich weiss wenig über sie – nicht genau, wo sie herkommen, noch was sie hier machen oder wie ich sie pflegen, willkommen heissen oder vielleicht doch lieber verjagen sollte. Welche Sprache spricht ein Grasbüchel? Wie kann ich mich mit dem Apfel verständigen?

Gottes unsichtbares Wesen ziemlich konkret und nahe.

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