was ich tue

seit ich weiss, dass „meine Krankheit weiter voranschreitet“:

Ich sitze zwischen allem, was ich stehen und liegen gelassen habe, und zeichne.

Ich verhandle mit dem Tod, der laut an meine Tür klopft, nehme meinen Mut zusammen, damit er vor der Vordertüre wartet und ich durch die Hintertür hinaus kann.

Ich lese Dorothee Sölle:

Ich muss sterben
aber das ist auch alles, was ich für den Tod tun werde….
All den anderen Verführungen, 
zur milden Depression,
zur geölten Beziehungslosigkeit,
zum sicheren Wissen, dass er ja sowieso siegt,
will ich widerstehen.
Sterben muss ich
aber das ist auch alles, was ich für den Tod tue.
Lachen werd‘ ich gegen ihn
Geschichten erzählen, wie man ihn überlistet hat
und wie die Frauen ihn aus dem Land trieben.
Singen werd’ ich
und ihm Land abgewinnen mit jedem Ton.
Aber das ist auch alles.

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